Lavezares.de ist eine Internetseite mit Bildern und Informationen aus der kleinen philippinischen Hafenstadt Lavezares sowie persönlichen Informationen des Autors. Sie ist vielleicht nicht von allgemeinem Interesse, aber sie gefällt mir, und darauf kommt es mir an...

Wissenschaftliche Mitarbeit, Übersetzung, Öffentlichkeitsarbeit...

So kann man grundsätzlich nach einem nun 40-jährigen Lebenslauf mein berufliches Angebotsspektrum darstellen, unterfüttert durch Technische Redaktion, Online-Redaktion, Literaturwissenschaft und Betreuung von Haus- und Examensarbeiten im geisteswissenschaftlichen Bereich. Derzeit stelle ich meine Kenntnisse und Fertigkeiten einer Botschaft zur Verfügung, aber ernsthaft gemeinten Angeboten gegenüber bin ich jederzeit offen - sei es für eine Vollzeitbeschäftigung in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit oder Wissenschaftliche Mitarbeit, sei es für eine nebenberufliche Tätigkeit in einem der angesprochenen Bereiche. Mehr über mich erfahren Sie durch einen Blick in meinen LEBENSLAUF, oder Sie kontaktieren mich einfach per E_MAIL.

Dissertation "Postkoloniale Diskurse in Francisco Sionil Josès Rosales Saga"

Wie der Rest dieser Internetseite befasst sich auch meine Dissertation, mit der ich im Februar 2009 an der Freien Universität Berlin den akademischen Grad eines Doktors der Philosophie erlangte, mit den Philippinen, allerdings nicht mit Land und Leuten, sondern mit der Darstellung von Land und Leuten im Romanwerk eines der bedeutensten philippinischen Autoren, den kennenzulernen ich selbst das Glück hatte. Für mehr Informationen und auch Zugang zu meiner Dissertation bitte HIER klicken...

Lavezares - grundsätzlich eine typisch philippinische Kleinstadt

Lavezares befindet sich in der Provinz Northern Samar. Northern Samar befindet sich, wie man bereits dem Namen entnehmen kann, im Norden der Insel Samar. Die Insel Samar befindet sich in den östlichen Visayas, also im Osten der Menge an Inseln, die das Zentrum der Philippinen bilden. Hier ist der Taifungürtel, hier kommen alle Stürme an, die sich draußen über dem Pazifik zusammenbrauen. Als Ergebnis hatte eine wirtschaftliche Entwicklung der Insel nie eine Chance. Für Besucher hat dies den immensen Vorteil, dass hier die ursprünglichen Philippinen zu besuchen sind - ok, im Rahmen des Möglichen - aber wer nicht so sehr auf Komfort und Nachtleben besteht, wer damit leben kann, dass die Dinge hier etwas anders laufen, und wer drei Mahlzeiten am Tag Reis essen kann, ohne dass ihm dieser aus den Ohren herausquillt, für den wird Lavezares und Umgebung eine einzigartige Erfahrung darstellen.

Die Kleinstadt Lavezares selbst ist eine typische philippinische Hafenstadt mit Hafen und Marktplatz, Rathaus und Rizaldenkmal, Plaza und Kirche, alles schön im rechten Winkel angelegt. Es gibt eine Grundschule mit Ablegern in den Barrios, eine Handelsschule und eine private High School, die von dem Orden der Sisters (and Brothers) of Mary Adorous of the Holy Eucharist betrieben wird. Was sich hier nicht findet ist Zukunft. Die Karten sind klar verteilt. Der Bürgermeister heißt Saludaga oder Chan, das größte Geschäftshaus im Zentrum gehört der Familie Chan, und jeder, der sonst noch mitspielen will, muss mit dem leben, was die großen Familien übriglassen. Als Außenseiter, zugereister, ins Spiel zu kommen, ist fast unmöglich, und der Kano, der Joe, der Ausländer, bleibt eh außen vor. Der Europäer, der hier eintrifft, sollte sich klar sein, dass er alles Gewohnte hinter sich gelassen hat, und dass der Kulturschock, den der Aufenthalt in den Philippinen mit sich bringt, ihm hier mit ungeahnter Intensität auflauern wird.

Als der deutsche Forscher Fedor Jagor sich in Nordsamar aufhielt, hieß der Ort noch "Pinonayan". Wie es kam, daß der Ort nach Legazpis Nachfolger als Generalgouverneur der spanischen Philippinen Guido de Lavezares benannt wurde, ist ein Geheimnis, das der Nebel der Geschichte für sich behalten wird. Für mich hat der Ort eine besondere Bedeutung, weil meine Frau in Lavezares aufgewachsen ist und ihre Familie weiterhin hier wohnt. Daher führt uns jeder Urlaub in den Philippinen immer wieder in diese kleine Stadt am Rande des Pazifik.

Zu Lavezares gehören neben dem Ort Lavezares selbst unter anderem die Barrios Urdaneta, Barobaybay und San Miguel, oder anders gesagt Buchten, Inseln, Mangroven, Palmen, Reisfelder, und irgendwo zwischendrin auch ein Paar Häuser mit Menschen, die darin wohnen. Nach Westen über den Bergrücken gelangt man nach Allen mit seinem Fährhafen, nach Osten schließt sich der Ort San José an und nach 30 Kilometern Straße ist man in der Provinzhauptstadt Catarman angelangt. Vorgelagert liegen die Balicuatro Islands mit der Hauptinsel Biri direkt am Pazifik. Nach Manila ist man mit Fährüberfahrt von Allen aus runde 11 Stunden (nachts, tagsüber länger) unterwegs, oder man nimmt das Flugzeug von Catarman aus, dann ist man im Bestfall in zwei Stunden dort.

Allen - Wichtig als Fährhafen

Die Kleinstadt Allen an der San Bernardino Strait erhält seine Bedeutung vor allem durch die Fährverbindung hinüber nach Matnog auf der Hauptinsel Luzon, durch die Allen zu einem wichtigen Punkt auf dem Pan-Philippine Highway wird. Abgesehen davon gibt es in Allen noch einen Markt, eine Kathedrale, eine Polizeistation... also grundsätzlich nichts anderes als in anderen philippinischen Kleinstädten ähnlicher Ordnung auch.

Was auf der Straße von Manila aus nach Samar, Leyte und weiter nach Mindanao unterwegs ist, muss durch die Fährhäfen von Allen bzw. durch den weiter südlich gelegenen kleinen Fährhafen von San Isidro. Daher stellen die Fährhäfen von Allen einen wichtigen Punkt auf der philippinischen Landkarte durch und versorgen viele Anwohner der Gegend mit Arbeit. Nördlich von Allen liegt der große, private Hafen mit Liegeplätzen für drei Schiffe, südlich der Stadt gibt es noch einen kleineren öffentlichen Hafen, an dem eine Fähre ankern kann, und dessen Fahrtstrecke von der Fähre zur Straße auch als Teststrecke für Geländewagen genutzt werden könnte.

Südlich von Allen, vom Markt aus runde 3 Kilometer, findet sich an einer kleinen Bucht das Resort mit dem treffenden Namen "Spice of Life" . Entlang der Bucht finden sich kaum Ansiedlungen, so dass sich die Einleitung von Schmutzwasser in Grenzen hält, und so findet man eine kurze Entfernung vom Strand entfernt eine Fauna und Flora unter Wasser, dass man sich beim Schnorcheln vorkommt wie in seinem eigenen Aquarium. Dazu kommt die wunderbare Aussicht auf die San Bernardino Strait, und wenn man Glück hat, ist das Wetter gut und man sieht den Volkan Bulusan auf der anderen Seite der Meeresstraße in seiner vollen Schönheit.

Balicuatro Islands - Felseninseln im Pazifik

Lavezares vorgelagert im Pazifik liegen die Balicuatro Islands mit Biri als der Hauptinsel direkt am Rande des großen Ozeans. Nimm eine Bangka von Lavezares aus nach Biri Island. Hole Dir dort angekommen einen Führer oder lass Dich von einem Motorradfahrer rüberfahren zur anderen Seite der Insel. Dann musst Du nur noch herüberwaten zu den Felsen, auf denen eine weisse Frau sitzen und singen soll, auf dass die Schiffer gegen den Felsen fahren... Eine gute Portion Abenteuerlust ist schon notwendig zum Besuch der Felseninseln vor Biri Island, aber es lohnt sich.

Catarman

Hauptstadt der Provinz Northern Samar, mit Flughafen, Provinzkapitol, Kathedrale und dem größten Markt der Gegend, außerdem Sitz der University of the Eastern Philippines (UEP). Das Provinzkapitol zeugt von dem maroden Zustand der Provinzkasse, da es groß geplant und dann nie fertig gebaut wurde. Der Flughafen wird alle 2 Tage von Manila aus angeflogen, was sich aber jederzeit aufgrund der Wetterverhältnisse ändern kann. Zur Abfertigung dient ein Gebäude, das in Deutschland für einen Kleinstadtbahnhof zu klein wäre. Dir Landebahn liegt quer zur Küste, wodurch die Einfallstraße zur Stadt hin während der Ankunfts- und Abflugzeiten des Fliegers gesperrt ist und die Anwohner in eiligen Fällen auf die inzwischen gebaute Umgehungsstraße ausweichen müssen. Dafür kann die Landebahn, wenn der Flieger wieder weg ist, auch als Spielplatz für die Kinder und als Treffpunkt der Barkadas genutzt werden.

Und dann die UEP - meine Traumuniversität alleine wegen des vorgelagerten Strandes. Die Universität bietet eine breite Spanne an Studienfächern an, von Tiermedizin über Betriebswirtschafsleere, Krankenpflege, Hauswirtschaft, Pädagogik, Englisch, Politik, Jura, Ingenieurwesen und Journalistik und was es da noch so an Nischenfächern gibt. Die Uni stellt von daher in der Provinz Northern Samar eine wichtige Säule der Infrastruktur für alle Jugendlichen dar, die es sich nicht so einfach leisten können, zum Studium nach Manila zu gehen (oder deren Eltern Angst haben, dass ihre Kinder in der großen Stadt unter die Räder kommen könnten). Anfangen kann man mit einem Abschluss an der UEP nicht viel, außer man verlässt die Provinz, denn wirtschaftlich ist in Northern Samar nicht viel los, selbst in der Provinzhauptstadt Catarman.

Lope de Vega

Lope de Vega ist ein kleines Bergdorf auf halber Strecke von Catarman nach Catbalogan. Urwüchsige Natur, steile Felsen und ein Klima, das sich schon deutlich von dem an der Küste unterscheidet, lassen fast vergessen, dass man sich in den tropischen Philippinen befindet.

Viriato

Von Allen aus nach Süden nach rund einer halben Stunde auf der Buckelpiste erreichbar, die von offiziellen Stellen aus Pan-Philippine Highway bezeichnet wird. Attraktion des Ortes ist ein Wasserfall, der in einem kurzen Fußmarsch von der Straße aus erreichbar ist.

Palapag und weitere Ziele auf der Insel Samar

Der Ort Palapag auf der gleichnamigen Insel stellt für mich immer noch ein lockendes Ziel dar. Hier war der Ort, an dem die spanischen Galleonen zum ersten Mal Land erreichten, nachdem sie den Pazifik von Acapulco kommend überquert hatten, und so siedelten die Spanier hier Schiffbauer aus Cavite bei Manila an, um die lecken Kähne, die so manchen Sturm hinter sich gebracht hatten, für den letzten Teil der Reise noch einmal klarzumachen - oder den Galleonen, die sich auf den Weg über den Pazifik machten, den letzten Schliff zu verleihen. Spuren dieser Zeit sollen noch erhalten sein - von daher noch ein Ziel. Catbalogan und Calbayog auf dem Weg nach Leyte sind grundsätzlich nur leicht veränderte Versionen von Catarman, Provinzhauptstädte eben. Reizen würde mich aber auch noch Guiuan in der Provinz Eastern Samar mit einer riesigen ehemaligen US Luftwaffenbasis und, wenn man den gerüchten Glauben schenken darf, wunderschönen Stränden. Und dann gibt es noch den Sohoton National Park im Süden der Insel - und dann ist man fast schon in Leyte...